Thomas Scheibitz

Augenwasser/Doppelkompass

16.5. – 6.6.2026

Studio II

Vernissage: 16.5.2026 / 18 Uhr

Die Ausstellung »Augenwasser/Doppelkompass« zeigt Malerei, Skulptur und Siebdruck im Studio II, einem der Räume von Radio Woltersdorf. Die Ausstellung ist von den Besonderheiten des Raumes geprägt. Der umgenutzte Holzpavillion hat einen Kabinett-Charakter, in dem man den historischen Ursprung oder das ehemalige »Bau-Bild« noch erahnen kann. Ein vorgesetzter neuer Portikus wird die neue Funktion des Gebäudes noch verstärken.

Der Titel der Ausstellung verweist, wie in der künstlerischen Praxis bei Thomas Scheibitz häufig der Fall, auf Unvereinbarkeiten, die in ihrer poetischen Verbindung einen eigenen und nicht immer begründbaren, entgegenkommenden Sinn ergeben. Ein »doppelter Kompass« ist wie eine Versicherung für einen Stillstand bei der Suche nach einer Richtung bzw. vom Wortstamm her gesagt, bedeutet Richtung auch — Sinn. Das Augenwasser ist wiederum die Grundlage dafür, dass wir sehen, was wir sehen können. Die zentrale Skulptur der Ausstellung ist eine —Wächterfigur – aus dem Jahr 2026. Thomas Scheibitz greift hier ikonografische Merkmale von der sogenannten baugebundenen Plastik auf, die wir von Tempeln, Verwaltungsgebäuden oder von der Architektur in Vergnügungsparks kennen.

Thomas Scheibitz (*1968 in Radeberg bei Dresden) ist ein deutscher Maler und Bildhauer, der in Berlin lebt und arbeitet. Nach einer Werkzeugmacherlehre studierte er von 1991 bis 1996 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und war dort Meisterschüler bei Ralf Kerbach. Seit 2018 lehrt er an der Kunstakademie Düsseldorf. Scheibitz’ Werk bewegt sich zwischen Abstraktion und Figuration. Er nutzt Elemente aus Architektur, Popkultur, Kunstgeschichte und Alltagsbildern, um eine eigene Bildsprache zu entwickeln. Dabei untersucht er das Wechselverhältnis von bildhafter und sprachlicher Information. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt und auf der 51. Biennale von Venedig 2005, wo er gemeinsam mit Tino Sehgal den deutschen Pavillon gestaltete.