Jana Debrodt
aus der Fassung
30.8.–19.9.2026
STRG
Vernissage:
30.8.2026 ⁄ 15 Uhr
**Statement zum künstlerischen Ansatz**
Die Möglichkeit, im STRG auszustellen, nutze ich, um erstmals ausschließlich Wandarbeiten zu zeigen.
Der Raum legt diese Konzentration nahe.
In aus der Fassung ist die Wand nicht nur Träger, sondern Ausgangspunkt für Bewegung, Veränderung und räumliche Wirkung. Mich interessiert nicht die Darstellung von Bewegung, sondern der Moment, in dem das Material selbst einen Vorgang vollzieht. Bewegung ist dabei nicht das Thema, sondern das Verfahren. Die Titel beschreiben nicht einfach, was geschieht, sondern verschieben die materiellen Vorgänge in andere Zusammenhänge: in Fragen der Aufmerksamkeit und des Verschleißes, in mathematische Unschärfe oder in Verhältnisse von Kraft und Maß. So führt Die Quadratur des Kreises mit künstlerischen Mitteln und einem Augenzwinkern den unmöglichen mathematischen Beweis. In der zweiteiligen Arbeit Luftverhältnisse stehen zwei gleich große Flächen von jeweils 36 × 120 Zentimetern einander gegenüber. Im Schaufenster bilden 30 PC-Lüfter ein flaches, elektronisch gesteuertes Feld. In einer ehemaligen Durchgangsöffnung setzen drei größere, in eine Siebdruckplatte eingelassene Industrielüfter Luft und Lichtreflexe in Bewegung. Gleiche Formate erzeugen unterschiedliche Kräfteverhältnisse: einmal als verteilte, kaum wahrnehmbare Aktivität, einmal als konzentrierter Luftstrom. Auch das Kürzel des Ortes wird Teil dieser Setzung: STRG steht für Studio für Radio und Grafik und zugleich für Steuerung. Die Steuerung setzt Vorgänge in Gang, ohne ihre Wahrnehmung abschließend festzulegen. Klang wird nicht hinzugefügt, leise Klänge entstehen jeweils unmittelbar im Betrieb der Motoren, Lüfter und Relais.
Jana Debrodt (*1975) ist Künstlerin für Klang, Plastik und Medienkunst. Sie lebt und arbeitet in Brandenburg. Nach einer Ausbildung zur Holzbildhauerin studierte sie Freie Kunst an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und war Meisterschülerin von Inge Mahn. Weitere Studien führten sie an die École des Beaux-Arts Nantes sowie an die Technische Universität Berlin und ZKM Karlsruhe im Bereich elektroakustischer Komposition.
In ihren installativen und elektroakustischen Arbeiten untersucht sie Klang als Mittel der Wahrnehmung und Erkenntnis. Durch den Einsatz von Sensoren, Alltagsmaterialien und eigens entwickelten technischen Systemen macht sie Prozesse hörbar, die sich der unmittelbaren Wahrnehmung entziehen. Ihre Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Skulptur, Bewegung und Zeit und wurden in unterschiedlichen institutionellen und freien Kontexten gezeigt. Zu ihren Förderungen zählen unter anderem das Arbeitsstipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg (2019, 2025) sowie ein Stipendium der Stiftung Kunstfonds (2022).
