Anke Becker
26.9.–17.10.2026
Vernissage:
26.9.2026 / 18 Uhr
STRG
Studio für Radio und Grafik
Anke Beckers Arbeiten reichen von seriellen Zeichnungen und Collagen über visuelle Poesie bis hin zu ortsspezifischen Installationen und Kunst-am-Bau-Projekten. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit Sprache – ihrer Präsenz, ihrem Verschwinden und ihrer strukturellen Ordnung. In oft über Jahre entwickelten Werkserien verschränkt Becker Linie, Farbe und Text zu offenen Systemen zwischen Kontrolle und Zufall. Dabei nutzt sie häufig Alltagsmaterialien, die sie in poetische Zusammenhänge überführt. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen konzeptueller Strenge, spielerischer Leichtigkeit und einem feinen Sinn für Humor – zwischen barocker Bewegung und minimalistischer Reduktion.
Ein wesentlicher Teil ihrer Praxis liegt im Initiieren kollektiver, prozessorientierter Projekte, die Austausch und interdisziplinäres Arbeiten fördern und bestehende Strukturen des Kunstbetriebs hinterfragen. Mit Projekten wie dem internationalen Ausstellungsformat „Anonymous Drawings“, für hierarchiefreies Ausstellen von Zeichnung
„Economic Words“, einem Langzeitprojekt für visuelle Poesie, dem Künstlerinnennetzwerk „Damensalon Berlin“ oder den Mail-Art-Initiativen „Fernweh“ und „Heimweh“ schafft sie Räume für Austausch, Zusammenarbeit und experimentelles Arbeiten. Seit 2022 organisiert sie zudem die Lesereihe „OderBuch“ in Brandenburg.
Becker wurde vielfach ausgezeichnet, darunter mit ersten Preisen in Kunst-am-Bau-Wettbewerben in Berlin (2021, 2024), und erhielt zahlreiche internationale Arbeitsstipendien, u. a. in den USA, Italien und in Deutschland.
Anke Becker (*1971 in Frankfurt am Main) lebt und arbeitet seit 2021 in Brandenburg. Sie studierte Slawistik und Theaterwissenschaften an der FU Berlin sowie Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee; 1994 war sie in der Werkstatt für Papierrestaurierung im Museo d’arte Contemporanea in Rom tätig.
www.fernwehthegoodlife.blogspot.com
