FOUNTAINS
NORA LINA MERTEN
&
KATHLEEN PRACHT
POROUS
30.8.–19.9.2026
STUDIO II
Vernissage:
30.8.2026 ⁄ 18 Uhr
„POROUS“ – das Poröse, beschreibt einen Zustand der Durchlässigkeit, in dem Grenzen nicht als feste Trennlinien, sondern als bewegliche Zonen des Übergangs verstanden werden. Das Verhältnis von Innen und Außen verschiebt sich zu einem instabilen Gefüge, in dem sich Bedeutungen, Räume und Zustände gegenseitig durch Konzept dringen oder auflösen. Das Poröse ist weder eindeutig offen noch geschlossen, sondern schwingt zwischen Schutz und Exponiertheit, Nähe und Distanz.
Die fotografischen Arbeiten nähern sich diesem Zustand auf metaphorische Weise. Sie sind tastend – in fragmentarischen Momentaufnahmen ebenso wie in bewusst konstruierten Situationen. Sichtbares und Verborgenes oder Natürliches und Artifizielles überlagern sich und erzeugen Bildräume, die weniger dokumentieren als andeuten. Fotografie wird hier zum Mittel der Annäherung an Zustände, die sich einer klaren Verortung entziehen.
„Porous“ – das Poröse, fungiert dabei als visuelles und konzeptuelles Prinzip: als feine Verschiebung, als Riss, als Schwelle. Die Bilder öffnen Zwischenräume, in denen das Innen nach außen drängt und das Außen ins Innere eindringt. Es wird nicht als binäre Ordnung verstanden, sondern als ein fortlaufender Prozess der Durchlässigkeit, in dem Wahrnehmung, Körper und Raum in stetiger Verhandlung stehen. Alles ist im Übergang: Materie, Bedeutung, Identität. Die Motive wirken wie Momentaufnahmen eines Systems, das sich ständig neu ordnet und gleichzeitig destabilisiert.
Die Ausstellung „POROUS“ findet in unmittelbarer Nähe einer Schleuse statt – einem Ort, der Übergänge nicht nur ermöglicht, sondern reguliert. Als technischer Schwellenraum vermittelt sie zwischen Zuständen: Macht und Ohnmacht, Stillstand und Bewegung.
In ihrem zeitlichen Ablauf – Anhalten, Ausgleichen, Weiterleiten – wird Durchlässigkeit als vom Menschen gesteuerter Prozess erfahrbar. Grenzen erscheinen hier nicht als festgelegt, sondern als veränderbar und situativ.
Die fotografischen Arbeiten greifen diese Logik auf. Sie untersuchen Porosität als fragile Zone des Dazwischen, in der sich Sichtbares und Verborgenes überlagern.
Der Ausstellungsort wird, als realer Übergangsraum, so selbst Teil der Arbeit: in dem das Poröse räumlich und zeitlich erfahrbar wird.
„Fountains“ ist eine Kollaboration der Fotografinnen Nora Lina Merten und Kathleen Pracht. Ihre Zusammenarbeit entwickelte sich während ihres Studiums der Fotografie am Lette-Verein Berlin (2015–2018), wo sie eine Gemeinsamkeit in ihrer bildlichen Sprache entdeckten: das Interesse an der poetischen Dimension der Welt – im permanenten Wandel.
Beide Künstlerinnen richten ihren Blick hauptsächlich auf gefundene und inszenierte Stillleben und setzen dabei ihre Fotografien in den Dialog. In ihren Arbeiten untersuchen sie Spannungsfelder zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit und machen Bewegungen, Transformationen und Prozesse innerhalb der sie umgebenen Welt sichtbar.
Nora Lina Merten
*1990 in Berlin, lebt und arbeitet u. a. als freie Fotografin in Berlin. Nora Lina Merten liefert in ihren Bildern Zustandsbeschreibungen jenseits der Oberfäche. Wollte man ihre Bilder in eine Dichtung transformieren, so hätte man lyrisch komplexe Zeilen, deren Ausklang jeweils reimlos und brachial vor dem nächsten Vers enden. Wie Mosaikstücke von etwas Zerschlagenem, das einst in seiner Ganzheit vollkommen war. Ihre Arbeiten zeigen eine phantastische Reise, welche die Fotografin an Orte führte, die es so nur in ihren Bildern gibt.
Instagram @noralinamerten / @fount.ains
Kathleen Pracht
*1988 in Köln, lebt und arbeitet als Freie Fotografin in Berlin. Kathleen Pracht ist fasziniert von der Verbindung natürlicher und künstlicher Elemente im Bild. Für ihre Stillleben inszeniert sie unterschiedlichste, häufig gefundene Gegenstände und Materialien im Innen- und Außenraum. Das Thema ihrer Arbeit greift die durch menschliche Einflüsse immer künstlicher werdender Umwelt auf.
Instagram @kathleenpracht / @foun.tains
